Making of „Little Shop of horrors“
Ich habe die Planung für diese Filmseife mindestens dreimal komplett umgeworfen, da mir immer wieder andere Ideen gekommen sind. In der endgültigen Version sind einige Vorschläge aus meinem Ideensammelthread eingeflossen.
Da die Haupt-“person” in Little shop of horrors ja eine Pflanze ist, habe ich als Seifenform einen Blumentopf gewählt. Denn worin soll sich eine Pflanze sonst „wohlfühlen“? Dummerweise hatten die kleinen Anzuchttöpfe jeweils vier Ablauflöcher, die alle von innen und von außen zugeklebt werden mussten...
Die erste Farbe grün war mit dem Thema „Pflanze“ auch schnell gefunden.
Der Duft war da schon schwieriger. Ich konnte der Versuchung noch widerstehen, die Duftmischung Blut und verwesende Leichen zu suchen... Da sich der Film ja um eine Pflanze dreht, ist ein kräuteriger Duft passend. Nach einigen Experimenten bin ich dann bei einer relativ einfachen Mischung hängen geblieben: PÖ Kräuterwiese und ÄÖ Rosmarin zu gleichen Teilen.
Erster Teil: rot wie Blut
150 g Kokosfett (Palmin)
100 g Palmkernfett
100 g Babassuöl
150 g Olivenöl
150 g Rapsöl
50 g Jojobaöl
8% ÜF
17 g PÖ Rose (Siederei)
4 TL getr. Rosenblüten
Kosmetikpigment Rosenrot (Siederei)
Da „Audrey 2“ - so wird das Gewächs von Seymour getauft - innen ja nicht so harmlos ist, wie sie von außen wirkt, musste sich ein Kern in der Seife verstecken. Dass dieser Kern blutrot sein muss, wie das Blut mit dem Audrey 2 gefüttert wird, ist klar. Bei Rot fällt mir noch eine andere Szene aus dem Film ein: Das Erste, was in Mushniks Blumenladen verkauft wird, nachdem Audrey 2 im Schaufenster steht, sind Rosen. Deshalb steht das rot auch für Rosen und der Seifenleim wurde mit Rosenduft versehen. Außerdem habe ich noch getrocknete Rosenblütenblätter unter den Seifenleim gemischt. Der Schrubbeffekt dadurch steht auch wieder für die nicht ganz so glatte „Persönlichkeit“ dieses fleischressenden Gewächses.
Aus dieser roten Seife habe ich dann kleine „Klötze“ geschnitten, die ins Innere der Seife sollen.
Zweiter Teil: weißlich wie Knochen
100 g Kokosfett (Palmin)
100 g Palmkernfett
100 g Babassuöl
100 g Olivenöl
100 g Rapsöl
8% ÜF
Als Zweites habe ich dann schon mal einen ungefärbten Seifenleim gemacht und zu einer Platte gegossen. Mehr dazu nachher. Sowohl der rote als auch der weiße Leim hatten eine heftige Gelphase.
Dritter Teil - braun und grün: Erde und die Pflanze
350 g Kokosfett (Palmin)
250 g Palmkernfett
250 g Babassuöl
350 g Rapsöl
250 g Reiskeimöl
150 g Haselnussöl
100 g Mandelöl
8% ÜF
60 ml PÖ Kräuterwiese (behawe)
60 ml ÄÖ Rosmarin
in Portionen versetzt mit:
- rote Tonerde
- Kosmetikpigment Fichtennadelgrün und lumi-green
Dann ging es an die eigentliche Pflanze. Der Leim wurde mit der oben schon erwähnten kräuterigen Duftmischung versehen.
Die erste Hälfte habe ich mit roter Tonerde gefärbt. Eine Pflanze braucht schließlich Erde, auf der sie wachsen kann.
Darauf kam dann der rote Kern und das wurde alles mit der zweiten Hälfte der Seifenmasse umgossen. Gefärbt habe ich hier mit den Pigmenten Fichtennadelgrün und lumi-green.
Vierter Teil: der violette Mund
Den Rest der weißen Seifenmasse, der beim Ausschneiden übrig geblieben ist, habe ich in der Mikrowelle eingeschmolzen und mit Pigment Ultramarinviolett gefärbt. Die Audrey II im Film hat ein violettes Mundinneres, das man sieht, wenn sie spricht, singt oder frisst. Von dieser violetten Masse kam jeweils ein Klacks auf die Oberfläche - wie ein aufgerissenes Maul.
Aus der weißen Seifenplatte habe ich Knochen ausgeschnitten - die Überreste der letzen Mahlzeit, die noch herausschauen. Jeweils einer der Knochen wurde oben in den Mund gesteckt.
Dann habe ich die Pflänzchen warm eingepackt und wieder eine Gelphase bekommen. (Kann man an dem deutlich veränderten Grünton gut erkennen.( So sieht sie dann aus, mit und ohne Topf:
Der Schluss: Die Verpackung
Bei der Verpackung habe ich mir Inspiration bei Samentüten geholt. Komplett mit Preis („A dollar ninetyfive“), Firmenname („A little Shop of horrors“ aus der „Skid Row“) und Pflegeanleitung. Nachdem diese Pflanze nicht nur mit Sonne, Erde, Wasser und Mineralsalzen zufrieden ist, gab’s als Zugabe eine Fütterungshilfe, mit der man leichter die nötigen Blutstropfen bekommt. Das Foto auf der Vorderseite der Verpackung habe ich übrigens im letzten Urlaub beim Tauchen aufgenommen. Diese Muschel fiel mir schon unter Wasser als sehr Audrey II - ähnlich auf!
Wer den Film gesehen hat, weiß, dass Audrey II bei einen unerwarteten totalen Sonnenfinsternis auf die Erde bzw. zu Seymour kam. Deshalb gibt es die passende Sonnenfinsternis mit dem dazugehörigen Textausschnitt noch als ein Kärtchen dazu.
Jetzt hat die „mean green mother from outer space“ also doch noch ihr Ziel erreicht und wurde in der Welt (zumindest in Deutschland und Österreich) verbreitet!







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